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Rückschau: Grundlagenseminar & Fachvortrag „Verdunstung und Kondensation von Wasser“ am 24. Juni 2026
Am 24. Juni 2026 fand ein umfassender Weiterbildungstag zur „Isotopen-Methode für die Herkunftsbestimmung von Wasserschäden“ statt. Die Hydroisotop bietet regelmäßig Seminare zu diesem Themenfeld an – darunter ein- bis zweimal jährlich stattfindende Online Grundlagenseminare sowie alle zwei Jahre einen Fortgeschrittenen Workshop. Ergänzend wurde 2026 ein neues Format eingeführt: halbjährliche Fachvorträge mit anschließendem Fachaustausch.
Grundlagenseminar am Vormittag
Von 8:30 bis 13:00 Uhr wurde zunächst das Online Grundlagenseminar durchgeführt. Dr. Peter Rose erläuterte die theoretischen Grundlagen der Isotopenanalyse, insbesondere die Bedeutung der Isotopenverhältnisse von Sauerstoff (¹⁸O/¹⁶O) und Wasserstoff (²H/¹H) im Vergleich zum internationalen Referenzstandard VSMOW. Natürliche Fraktionierungsprozesse wie Verdunstung und Kondensation führen zu charakteristischen Verschiebungen dieser Verhältnisse, die – beeinflusst durch Kontinental , Höhen und Temperatureffekte – eine geographische Zuordnung von Wasserproben ermöglichen.
Im methodischen Teil stellte Dr. Vera Winde das Probenhandling und die CRDS Messtechnik vor. Flüssigproben können nach einfacher Filtration direkt analysiert werden, während Wasser aus durchfeuchteten Baustoffen eine aufwendigere Extraktion erfordert. Die Auswertung erfolgt mit Hilfe der globalen Niederschlagsgeraden und Referenzproben sowie der lokalen Verdunstungs und Kondensationsbedingungen am Schadensort. Mehrere Fallstudien verdeutlichten die praktische Anwendung der Methode und ihre Grenzen.
Fachvortrag und Fachaustausch am Nachmittag
Um 14:00 Uhr begann der erste Fachvortrag im neuen halbjährlichen Veranstaltungsformat. Im Rahmen des Auftaktvortrags präsentierten Dr. Peter Rose und Dr. Vera Winde zentrale Erkenntnisse zu Verdunstungs- und Kondensationsprozessen in Dach- und Fußbodenaufbauten. Nach einer kurzen Wiederholung der physikalischen Grundlagen zeigten sie auf, dass lokale Verdunstungs- und Kondensationsvorgänge die isotopische Unterscheidung zwischen Kondenswasser und Niederschlagswasser erheblich erschweren können. Dies deckt sich mit den im Vortrag gezeigten Grundlagen, wonach die Steigung von Verdunstungs- und Kondensationsgeraden maßgeblich von der Luftfeuchte und Temperatur abhängt.
Ein Schwerpunkt lag auf der Vorstellung eines experimentellen Verdunstungsversuchs, bei dem verschiedene Baumaterialien (u. a. Styropor, Dämmwolle, Perlite, Rigips, Ziegel) über mehrere Monate (fast ein Jahr) unter unterschiedlichen raumklimatischen Bedingungen untersucht wurden. Die Proben wurden in Behältnissen mit variierenden Deckelöffnungen gelagert, um den Einfluss offener bzw. geschlossener Systeme zu erfassen und damit unterschiedliche Fußbodenkonstruktionen, wie z.B. Fliesen und Holz, nachzustellen. Die zeitlich gestaffelte Entnahme der Proben erlaubte es, Verdunstungsgeschwindigkeit, Verdunstungsgrad und die Steigung der jeweiligen Ver-dunstungsgeraden zu bestimmen.
Die zentrale Erkenntnis des Versuchs: Nicht die baulichen Bedingungen im Fußboden- oder Dachaufbau bestimmen die Steigung der Verdunstungsgeraden, sondern nahezu ausschließlich das Raumklima der betroffenen Umgebung. Dies deckt sich mit der „Take Home Message“ des Vortrags, wonach Materialeigenschaften zwar die Geschwindigkeit der Verdunstung beeinflussen, nicht jedoch die Geradensteigung, die primär durch die relative Luftfeuchte und Temperatur geprägt wird.
Resonanz und Ausblick
Insgesamt nahmen 21 Interessierte am Vortrag teil. Im anschließenden Fachaustausch wurden die Inhalte intensiv diskutiert. Zudem gab es wertvolle Anregungen zur Formulierung und Ergebnisdarstellung in gutachterlichen Berichten der Hydroisotop.
Der nächste Fachvortrag ist für Oktober 2026 geplant. Die Einladung erfolgt rechtzeitig vor dem nächsten Termin. Gerne auch auf unserer Homepage nachsehen. Themenvorschläge sind herzlich willkommen.