Seminarangebote
Die Hydroisotop bietet regelmäßig Seminare und Workshops zu verschiedenen Themenbereichen an.
Seminare in 2026
- Herkunft von Gebäude-Wasserschäden mit Isotopen Online (24. Juni 2026) - Anmeldung ab sofort möglich
- Gebäude-Wasserschäden Fortgeschritte - Online-Termin mit Vortrag (24. Juni 2026) - Anmeldung ab sofort möglich
- Verschiedene Isotopensysteme in Hydrogeologie und Umwelt - Hybrid (vorauss. 26-27.Okt 2026) - Anmeldung ab sofort möglich
- Wasseraufbereitung mit Fokus auf selektiver Reduzierung problematischer Inhaltsstoffe im Bereich QuellW, TrinkW, HeilW, MinW etc. (vorauss. 24-25. Nov 2026)
Herkunft von Gebäude-Wasserschäden mit Isotopen (24. Juni 2026)
Verschiedene Isotopensysteme in Hydrogeologie und Umwelt - Hybrid (26-27.Okt 2026)
Im November des vergangenen Jahres veranstaltete die Hydroisotop zwei Fachseminare zum übergeordneten Thema „Herkunftsbestimmung von (Gebäude )Wasserschäden mit Hilfe der Isotopen Methode“. Am 17.11.2025 wurden den Teilnehmenden im Rahmen eines halbtägigen Online Seminars die grundlegenden Prinzipien und Anwendungsmöglichkeiten der Isotopenanalyse vermittelt. An den beiden darauffolgenden Tagen begrüßte die Hydroisotop zum zweiten Mal nach 2023 erfahrene Anwenderinnen und Anwender der Methode zu einem vertiefenden Präsenz und Online Workshop.
Der hybrid durchgeführte Fortgeschrittenen‑Workshop am 18. und 19.11.2025 verfolgte das Ziel, Fachanwendern umfassende Auskünfte zu Messverfahren, Probengewinnung und ‑vorbereitung sowie zur Auswertung, Einordnung und weiterführenden Interpretation der Resultate zu vermitteln. Im Zentrum des Workshops stand der Austausch zwischen Theorie, Laborpraxis und Anwendern, um die Anforderungen in der Anwendung der Isotopen-Methode zu erfassen und diese weiterzuentwickeln und zu optimieren.
Die Seminare richteten sich an Fachkräfte aus dem Bauwesen, dem Handwerk sowie dem Gutachter und Versicherungswesen und stießen auf große Resonanz. Am Grundlagenseminar nahmen 29 Personen teil, während der Fortgeschrittenen Workshop von 16 Teilnehmenden besucht wurde.
Grundlagen-Seminar am 17.11.2025
Nach einer kurzen Begrüßung erläuterte Dr. Peter Rose die theoretischen Grundlagen der Isotopenanalyse zur Herkunftsbestimmung von Wasserschäden. Im Zentrum standen die Isotopenverhältnisse (18O zu 16O) und (2H zu 1H), die mit dem Referenzstandard VSMOW verglichen werden. Natürliche Fraktionierungsprozesse – insbesondere Verdunstung und Kondensation bei der Niederschlagsbildung – führen zu systematischen Verschiebungen dieser Verhältnisse. Da schwerere Isotope bevorzugt abregnen, verändern sich die Isotopensignaturen während des Wolkentransports sowohl in Richtung des Landesinneren als auch in höhere Lagen (Kontinental‑ und Höheneffekt). Zusätzlich verursachen saisonale Temperaturunterschiede charakteristische Variationen im Niederschlag. Diese Prozesse ermöglichen eine geographische Zuordnung von Wasserproben und damit Rückschlüsse auf deren Herkunft. Trinkwasser hingegen wird meist aus Grundwasser gewonnen, welches aufgrund längerer Verweilzeiten im Untergrund eine stabile, für das jeweilige Lokalklima spezifische, Mischsignatur ausbildet. Diese Unterschiede werden zur Beurteilung von Wasserschäden herangezogen.
Im methodischen Teil stellte Dr. Vera Winde das Probenhandling sowie das Messverfahren vor. Flüssigproben können unmittelbar mittels Cavity Ring Down Spectroscopy (CRDS) analysiert werden. Wasser aus durchfeuchteten Baustoffen erfordert hingegen eine aufwendigere Extraktion aus Materialproben oder mittels Absorbern vor Ort. Die Auswertung erfolgt anhand der globalen Niederschlagsgeraden sowie der lokalen Verdunstungs und Kondensationsbedingungen am Schadensort. Referenzproben potenzieller Schadwasserquellen, etwa Leitungs oder Regenwasser, sind für eine belastbare Interpretation unerlässlich.
Dr. Vera Winde und Peter Rose präsentierten mehrere praxisnahe Fallstudien, die das Zusammenspiel verschiedener analytischer Verfahren bei der Ursachenklärung von Wasserschäden verdeutlichten. Die Beispiele reichten von einfachen Wasserschäden (z.B. in Einfamilienhäusern) bis hin zu komplexen Sachverhalten. Abschließend wurden die methodischen Möglichkeiten und Grenzen der Isotopenanalyse diskutiert, gefolgt von einem regen fachlichen Austausch mit den Teilnehmenden.
Fortgeschrittenen-Workshop am 18./19.11.2025
Tag 1 – 18.11.2025
Im Anschluss an eine kurze Begrüßung sowie die Vorstellung der Hydroisotop GmbH, einschließlich einer Darstellung ausgewählter Arbeitsfelder, erläuterte Dr. Vera Winde den analytischen Ablauf zur Bestimmung von Isotopenverhältnissen und ging auf wesentliche Einflussfaktoren ein, die die Messgenauigkeit von Isotopenanalysen bestimmen. In ihrem Vortrag betonte sie die Bedeutung umfassender Hintergrundinformationen sowie die Notwendigkeit der Bereitstellung geeigneter Referenzproben. Außerdem erläuterte Sie die Einstufung der Wahrscheinlichkeiten im Kontext von Wasserschäden und die gewählten Formulierungen in den Ergebnisberichten.
Daran anschließend präsentierte Dr. Christian Mair einen Vortrag zum Einsatz von Markierstoffen. Er gab einen systematischen Überblick über gängige künstliche Tracer und deren Eignung zur Markierung aquatischer Systeme. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Einsatz fluoreszierender Farbstoffe, insbesondere Uranin, Eosin und Pyranin, die sich in der Praxis als äußerst zuverlässig für die Herkunftsbestimmung von Gebäudewasserschäden erwiesen haben.
Nach der Mittagspause wurden die anwesenden Teilnehmer durch die Laborräumlichkeiten der Hydroisotop geführt. Ziel war es, den Teilnehmenden den Weg der eingehenden Wasserproben – vom Probeneingang über die Probenvorbereitung bis hin zur analytischen Messung – anschaulich zu vermitteln. Im direkten Anschluss demonstrierten Nikola Kollmannsberger und Dr. Vera Winde verschiedene Verfahren zur Extraktion von Schadwässern aus Materialproben. Die Demonstration umfasste einfache Druckextraktionen, Zentrifugationsverfahren sowie Austauschmethoden (Material- und Tuchaustausch).
Im Anschluss an diese praxisorientierte Demonstration berichtete Frau Dr. Michaluk-Stanek vom Blei-Institut über ihre Erfahrungen mit der Isotopenmethode aus Sicht einer Sachverständigen. Anhand verschiedener Fallbeispiele zeigte sie auf, wie die Isotopenanalyse zur Identifikation von Schadensursachen beitragen kann. Besonders bei umfangreichen Schadensereignissen sei die Entnahme zahlreicher Schadwasserproben vorteilhaft, um Zusammenhänge zwischen den Proben herzustellen (Perlschnur-Effekt) und die Schadensursache mit höherer Präzision eingrenzen zu können. Zudem erläuterte sie, wie isotopenanalytische Ergebnisse durch die Untersuchung spezifischer Mikrobiologie (Z.B. E. coli) ergänzt werden können, um eine mögliche Beteiligung von Fäkalabwässern am Schadgeschehen zu beurteilen.
Im letzten Vortrag des Tages referierte Dr. Sebastian Wiesmaier von Hydro-Detect über die fachgerechte Probenahme von Schadwässern. Er legte den Fokus auf die Auswahl geeigneter Probenahmestellen sowie auf potenzielle Fehlerquellen bei Entnahme, Verpackung und Transportsicherung der Proben. Anhand eines Praxisbeispiels zeigte er eindrücklich, wie geringe Probenvolumina und Kontaminationen durch Fremdwasser die Qualität der Ergebnisse bei der Bewertung von Wasserschäden beeinträchtigen können. Zentrale Empfehlungen seines Vortrags umfassten die Beweissicherung vor der Probenahme, die sorgfältige Auswahl der Entnahmestellen, trockenes Arbeiten, eine sachgerechte Verpackung, die Entnahme ausreichender Probenmengen sowie den Grundsatz, im Regelfall mindestens zwei Schadwasserproben und eine Leitungswasser-Referenz zu gewinnen.
Zum Abschluss des ersten Tages hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Kenntnisse der Isotopenanalyse anhand schriftlicher Praxisübungen zu vertiefen. Dabei sollten die Teilnehmer Isotopen-Wertepaare von Schad- und Referenzwässern sowie Projektionsgeraden im D-O-Diagramm eintragen. Die Übungen verdeutlichten, dass fehlende Schad- und Referenzwasserproben, unzureichende Kenntnisse der lokalen Verdunstungsbedingungen sowie regionale Variationen der Leitungswasserisotopie erhebliche Herausforderungen bei der Auswertung von Wasserschäden darstellen können.
Tag 2 – 19.11.2025
Der Eröffnungsvortrag des zweiten Seminartages widmete sich den Prozessen der Verdunstung und Kondensation von Wasser. Nach einer kurzen Wiederholung der physikalischen Grundlagen zeigte Dr. Peter Rose auf, dass in Dach- und Fußbodenaufbauten lokale Verdunstungs- und Kondensationsvorgänge auftreten können, die eine eindeutige Unterscheidung zwischen Kondens- und Niederschlagswasser erheblich erschweren. Darüber hinaus präsentierte er erste Ergebnisse eines experimentellen Verdunstungsversuchs. Hierfür wurden verschiedene, mit Wasser durchtränkte Baumaterialien in Behältnissen mit unterschiedlichen Deckelöffnungen unter verschiedenen raumklimatischen Bedingungen über mehrere Monate untersucht. Die zeitlich gestaffelte Entnahme von Materialproben mit Wasser ermöglichte es, den Einfluss der Materialeigenschaften sowie der äußeren Randbedingungen auf Verdunstungsgeschwindigkeit, Verdunstungsgrad und die Steigung der jeweiligen Verdunstungsgeraden zu quantifizieren. Die zentrale Erkenntnis seines Vortrags bestand darin, dass weniger die baulichen Bedingungen innerhalb des Fußboden- oder Dachaufbaus, sondern vielmehr das Raumklima der vom Wasserschaden betroffenen Umgebung die Steigung der Verdunstungsgeraden beeinflusst.
Im zweiten Vortrag des Tages gab Dr. Vera Winde einen umfassenden Einblick in die Gewinnung und isotopenanalytische Charakterisierung von Leitungswässern in Deutschland. Seit Einführung der Isotopenmethode in den 2000er Jahren dokumentiert die Hydroisotop systematisch die Messergebnisse sämtlicher untersuchter Leitungswasserproben. Diese interne Datenbank liefert inzwischen wertvolle Erkenntnisse über die regionale Variationsbreite der Leitungswasserisotopien. Die Auswertungen zeigen, dass Leitungswässer – abhängig von der Art der Wassergewinnung sowie der Mischung unterschiedlicher Quellen – teils erheblichen örtlichen Schwankungen unterliegen können. Diese Variabilität wird bei der Interpretation von Wasserschäden fallbezogen berücksichtigt und ermöglicht häufig eine präzisere Eingrenzung der Herkunft des Schadwassers.
Auch Marcus Möller von detecpro berichtete über den erfolgreichen Einsatz der Isotopenmethode im Rahmen seiner Tätigkeit als Sachverständiger für Schimmelschäden. Anhand von fünf anschaulichen Praxisfällen demonstrierte er, wie die Methode zur Ursachenklärung beiträgt, insbesondere in Situationen, in denen herkömmliche Leckageortungen keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Nach eigener Aussage ist die Isotopenanalyse aus dem Arbeitsalltag von detecpro nicht mehr wegzudenken.
Den abschließenden Vortrag des Fortgeschrittenen-Workshops hielt Dr. Florian Eichinger. Sein Beitrag befasste sich mit Schäden in Rohrleitungssystemen, die auf chemische und/oder biologische Prozesse zurückzuführen sind und sich typischerweise in Form von Ausfällungen oder Korrosion manifestieren. Nach einem systematischen Überblick über mögliche Ausfällungsprodukte und verschiedene Korrosionsarten stellte er sechs detaillierte Fallbeispiele vor, die sich durch die Kombination unterschiedlicher analytischer Verfahren erfolgreich aufklären ließen. Je nach Schadensfall kamen Vor-Ort-Analysen, hydrochemische Untersuchungen der Hauptionen und Spurenelemente, chemische Feststoffanalysen (Säureaufschluss), quantitative Gasanalysen, mikrobiologische Untersuchungen sowie isotopenphysikalische Analysen an Feststoffen, Gasen und Wasserinhaltsstoffen zum Einsatz, um die Ursachen der jeweiligen Schadensbilder zu identifizieren.
Bereits während des Workshops entwickelte sich ein intensiver fachlicher Austausch zwischen Teilnehmenden und Vortragenden, von dem beide Seiten profitierten. Auf Wunsch der Teilnehmenden wurde vereinbart, künftig halbjährliche Online-Besprechungen durchzuführen, um aktuelle Fragestellungen rund um Wasserschäden und deren Bewertung zu diskutieren.
Die Grundlagenseminare sollen weiterhin jährlich stattfinden, während die Fortgeschrittenen-Workshops künftig im zweijährigen Turnus angeboten werden. Das nächste halbtägige Grundlagenseminar halten wir wieder online ab und wird am 24.06.2026 vormittags (8:30–13:00 Uhr) stattfinden.
Die erste Online-Besprechung ist ebenfalls am 24.06.2026 am Nachmittag um 14:00 Uhr geplant. Hier stellen wir Ihnen die weiterführenden Ergebnisse unserer Verdunstungsexperimente vor, die wir im Anschluss gerne mit Ihnen diskutieren würden. Einen genauen Termin werden wir noch festlegen. Bei Interesse an unseren Seminaren und Besprechungen werfen Sie einen Blick auf unsere Hompage unter: https://www.hydroisotop.de/seminarangebote/. Oder melden Sie sich bei Dr. Vera Winde unter: vw@hydroisotop.de
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Im Zuge der Energiewende sollen nachwachsende Rohstoffe fossile Ausgangsstoffe (Erdöl, Kohle) ersetzen. Die von uns angebotene und durchgeführte 14C-Analytik (Radiokarbonmethode) ermöglicht eine Quantifizierung des biogenen Kohlenstoffgehalts in verschiedenen Medien.
Das Seminar gibt Einblicke in die Grundlagen, die Probenaufbereitung, die Messtechnik und die Ergebnismitteilung unter Berücksichtigung der angewandten DIN-Normen (Korrektur der 14C-Messwerte) geben.
Vorgestellt wird die Messmethodik der Liquid Scintillation Counting (LSC) sowie die Anwendung der DIN EN ISO 21644 (ersetzt die DIN EN 15440), der DIN EN 16640 und der DIN EN ISO 13833.
Vorgestellt werden Praxisbeispiele aus dem Bereich Biodiesel (HVO, BioNaphta, BioJet), Abgas, Klärgas, Sekundärrohstoffe (z.B. Klärschlamm, Siedlungsmüll, Altholz, PU-Mehl, Tiermehl, Kunststoffe, Lösungsmittel), Handelsprodukte (z.B. Müllbeutel, Katzenstreu, Schuhcreme, Kosmetik), alkoholische Getränke (z.B. Bier, Sekt), Lebensmittelzutaten (z.B. Vanille, Bittermandelöl, Propionsäure) und vieles weitere.
Hier können die Teilnehmer die Seminarunterlagen vom 05.05.2022 herunterladen. Bitte vergessen Sie nicht, den Feedback-Bogen ausgefüllt an GL@hydroisotop.de zurückzusenden.
Hydrogeochemische Reservoir- und Fluidcharakterisierung – Der Schlüssel zum Erfolg bei der Erschließung und beim Betrieb von hydrothermalen Geothermieanlagen
Mit Vorträgen aus Forschung, Industrie und Administration
Es gibt keine Probleme nur Challenges
Vom 7.-8. September 2023 fand in Bern ein Workshop zum Thema tiefe Geothermie statt. Der Workshop zu dem aktuellen Stand bei der Erschließung und dem Betrieb von hydrothermalen Bohrungen wurde von der Universität Bern und der Firma Hydroisotop GmbH initiiert und von der EnergieSchweiz unterstützt. Während dem Workshop wurde neben den theoretischen Grundlagen auf aktuelle Challenges im Betrieb und der Installation von geothermischen Anlagen eingegangen.
Teilnehmende aus den verschiedensten Bereichen, von Behörden, über Forschende der Universitäten, Investoren und Firmen aus dem Geo- und Umweltbereich ermöglichten einen angeregten Austausch.
Nach einer kurzen Begrüßung von Christoph Wanner der Universität Bern und Florian Eichinger der Hydroisotop GmbH startete der Workshop mit einem Vortrag zu den Methoden zur lokalen und regionalen hydrogeochemischen Reservoircharakterisierung von Michael Heidinger der Hydroisotop GmbH.
Die tiefe Geothermie ist ein wichtiger Grundbaustein bei der Energiewende und bietet die Möglichkeit einer ganzjährigen, wetterunabhängigen sowie platzsparenden Wärme- und Stromerzeugung. Es existieren bereits 24 Dubletten in Bayern. Die Stadt München möchte bis 2040 den Fernwärmebedarf komplett durch die Geothermie abdecken. Das sind große Ziele. Damit diese umsetzbar sind, arbeiten Forschung und Industrie zusammen an Lösungen. Dazu wurde im Workshop das Thema aus vielen Perspektiven betrachtet. Es gab Vorträge zu den mikrobiellen Prozessen in tiefen Bohrungen sowie zu der Charakterisierung und Vermeidung von Ausfällungen und Korrosion in den Anlagen anhand konkreter Fallbeispiele. Ein Highlight war die Vorstellung eines neuen Inhibitors NC47.1B, welcher biologisch abbaubar und nicht toxisch ist. Des Weiteren wurde über rechtliche Grundlagen und Verbesserungen diskutiert, sowie hydrochemische Methoden vorgestellt, wie die Nutzung von Isotopen, zum Beispiel Tritium oder Krypton-81. Die Anwendung von Tracern für die Identifizierung des thermischen Potentials des Untergrunds war eine weitere vorgestellte Methode. Die Leitfrage war hier, in welchem Zusammenhang der Grundwasserfluss in Gebirgsketten mit thermischen Anomalien steht. Es gab viele weitere spannende Vorträge und Poster.
Abgeschlossen wurde der Workshop mit einer Besichtigung und Vorstellung des Aquifer-Wärmespeicherprojekts bei der Energiezentrale Forsthaus in Bern, bei der die Teilnehmenden entlang des kompletten Bohrkerns laufen konnten.
Die Hydroisotop GmbH bedankt sich an dieser Stelle bei allen Teilnehmenden für den aktiven Austausch und allen Vortragenden für ihre spannenden Beiträge.
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Dem Grundwasseralter auf der Spur
Am 15. und 16. November 2022 wurde die FH-DGGV-Fortbildung zum zweiten Mal digital in Zusammenarbeit der Hydroisotop GmbH mit dem Institut für Grundwasserwirtschaft sowie dem Institut für Hydrologie und Meteorologie der TU Dresden über Zoom durchgeführt. Das interessierte Auditorium setzte sich aus 30 Teilnehmern von verschiedenen Behörden, Instituten, Firmen und Universitäten mit unterschiedlichen thematischen Hintergründen zusammen. In den zwei Tagen gewährten Dr. Gesine Lorenz, Dr. Florian Heine und Hr. Michael Heidinger (alle Hydroisotop GmbH) sowie Dr.-Ing. Diana Burghardt unterstützt von Dr. habil. Thomas Wöhling und Hr. Max Gustav Rudolph (alle TU Dresden) spannende und sehr informative Einblicke in die praktische Anwendung diverser Isotopenmethoden zur Grundwasseraltersdatierung, zur isotopengestützten Simulation von hydrogeologischen Prozessen sowie zur weiteren Charakterisierung von Grundwässern.
Der Fokus des Seminars lag auf der Anwendung von stabilen, radioaktiven und radiogenen Isotopen, mit denen Grundwasserverweilzeiten sowohl von rezent gebildeten Grundwässern als auch (sehr) alten Tiefenwässern sowie Jung- und Altwasseranteile in Mischsystemen bestimmt werden können. Die vorgestellten Methoden wurden mit Beispielen aus der Praxis anschaulich flankiert, um einen umfassenden Eindruck über die Vor- und Nachteile bei der Anwendung einzelner Isotope zu erhalten. In diesem Rahmen wurde auch der Prototyp des isotopenhydrologischen Simulationstools „ISOSIMpy“ vorgestellt, mit dem die Herkunfts- und Altersableitung sowie Bestimmung von Mischungsanteilen in Grundwässern unter Einbeziehung der ungesättigten Zone erleichtert werden soll. Abgerundet wurde das Seminar durch einen anschaulichen Ausblick in die weiteren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von stabilen Isotopensystemen.
Einen besonderen Mehrwert für die Teilnehmer stellten die Übungsaufgaben dar, anhand derer das neu gewonnene oder dezidiert aufgefrischte Wissen in Teamarbeit angewendet werden konnte. Anwendungsorientiert und realitätsnah wurden in drei Gruppen Altersverteilungen und Jungwasseranteile mit mehreren Isotopenmethoden über sogenannte „Harfen-Diagramme“ bestimmt, plausible Mischungsrechnungen durchgeführt, Monitoringprogramme ausgearbeitet und sogar über Möglichkeiten der Herkunft eines „organischen Schleims“ im Grundwasser diskutiert. In einer weiteren durch die TU Dresden durchgeführten Übung, bekamen die Teilnehmer zudem eine Einführung in das frei verfügbare Simulationstool „ISOSIMpy“ und konnten dieses anschließend selbstständig nutzen, um Grundwasserverweilzeiten und Jungwasseranteile (<70 a) in einem Grundwasser zu bestimmen.
Das Angebot einer Nachbesprechung in der folgenden Woche nahmen nur zwei Teilnehmer wahr. Diese jedoch nutzen die Gelegenheit der intensiven Nachfrage und der Diskussion eigener Projekte.
Vor allem der interdisziplinäre Ansatz der Teilnehmer sowie der rege Austausch untereinander führten zu komplementären und sinnvollen Lösungen, die das ganze Spektrum der möglichen isotopenhydrogeologischen Aufgabenstellungen umfassten. Die Hydroisotop GmbH bedankt sich an dieser Stelle bei allen Teilnehmern für die aktive Teilnahme und Mitarbeit, sodass das Seminar erneut ein voller Erfolg geworden ist.
Alles rund um das Thema Isotopenanalyse, das konnten sich die Teilnehmer des Online-Seminars „Isotopenanalyse zur Prüfung von Authentizität und Herkunft in Lebensmitteln“ am 10. Juni 2021 zu Gemüte führen. Über Sauerstoff und Kohlenstoff bis zu Strontium und Stickstoff, war für jeden das richtige Isotop dabei. Mithilfe dieser Elemente können wichtige Aussagen über die Herkunft und Authentizität von beispielsweise Wein, Gemüse oder Obst getroffen werden. Fragen wie, wurde dem Produkt Wasser, Zucker oder Säure zugesetzt, woher stammt das Produkt geographisch oder wurde das Produkt aus biogenen oder synthetischen Stoffen hergestellt, können durch verschiedene Isotopenanalysen beantwortet werden. Die komplizierten chemischen und analytischen Vorgänge wurden einfach und kompakt dargelegt, wodurch auch nicht Isotopenanalytiker und Studenten sich nun ein Bild über die Vorgänge machen können.
Die Seminarunterlagen können die Teilnehmer hier herunterladen (Update folgt):
LoginGrundwasser ist eine der wichtigsten Ressourcen der Menschheit. Die Qualität wird neben den mineralischen Inhaltsstoffen im wesentlichen über die Herkunft und das Alter bzw. dem Schutz vor oberflächennahen Einflüssen bestimmt.
Isotope bieten hier ein breites Spektrum für die Lösung wichtiger Fragestellungen.
Themen wie
- Grundlagen der Isotopenmethoden
- Stabile Sauerstoff- und Wasserstoffisotope
- Methodenvergleich zur Altersdatierung oberflächennaher Grundwasservorkommen mit Anwendungsbeispielen
- Altersbestimmung alter Grundwässer mit 14C-Isotopen
- Anwendung von Isotopen in Tiefengrundwasser
- Praxisbeispiele
werden in den zwei Tagen behandelt.
Dieser Workshop soll für Anwender (Ingenieurbüros, Behörden, Versicherungen usw.) Einblicke in die Untersuchungen und Auswertung von Grundwässern mittels Isotopenuntersuchungen geben.
LoginSchadstoffe und Isotope
Boden- und Grundwasserkontaminationen durch anthropogene Einträge betreffen alle industrialisierten Länder.
Zweck des Workshops
Dieser Workshop soll für Anwender (Ingenieurbüros, Behörden, Versicherungen usw.) Einblicke in die Untersuchung und Auswertung von Schadensfällen mit organischen Verbindungen mittels Isotopengehaltsuntersuchungen geben.
Einer der wichtigsten Punkte hierfür ist die isotopische Charakterisierung der verursachenden Quellen (Verursacherzuordnung). Hierbei kann auch bei komplexen Schadensfällen eine räumliche und zeitliche Differenzierung unterschiedlicher Kontaminationen mit dem gleichen Schadstoff (z.B. Perchlorethen) durchgeführt werden.
Aufgrund ökonomischer oder geologischer Bedingungen sind direkte Sanierungen von kontaminierten Bereichen manchmal nicht möglich. Nicht nur für diese Fälle ist Monitored Natural Attenuation (MNA) eine mögliche Alternative.
Doch wie kann ein NA-Prozess effektiv nachgewiesen werden?
Zur Beurteilung eines NA-Prozesses ist die alleinige Bestimmung der Konzentrationsabnahme kein hinreichendes Merkmal. Sind Isotopenuntersuchungen geeignet
NA-Prozesse nachzuweisen und zu quantifizieren? Die signifikante Veränderung der Isotopengehalte spiegelt dann den NA-Prozess wider und ist die Basis für die Quantifizierung des Abbaus.
Von der Ressource in die Flasche – Mineral- und Heilwasser im Fokus aktueller Fragestellungen
Mineral- und Heilwässer sind mit ihrem Gehalt an lebenswichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen ein wichtiges Lebensmittel. Die Qualität dieser Wässer wird neben den mineralischen Inhaltsstoffen im Wesentlichen über die Herkunft sowie durch das Grundwasseralter bzw. die Geschütztheit vor anthropogenen Einflüssen definiert.
Am 1. Tag des Workshops soll die Ressource Wasser im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen. So werden eingangs die Rechtsgrundlagen von Mineral- und Heilwasser erar-beitet, von der Erteilung des Wasserrechts bei der Grundwassergewinnung bis hin zur Abgabe des genussfertigen Produktes an den Konsumenten. Im Anschluss werden geeignete Isotopenmethoden vorgestellt, über die Grundwasserfließwege bewertet und konkrete Rückschlüsse auf die Geschütztheit der Ressource gewonnen werden kön-nen; eine Geschütztheit, die infolge anthropogener Störstoffe gefährdet sein und abfüllende Getränkebetriebe vor erhebliche Herausforderungen stellen kann.
Zum Abschluss des ersten Tages wird das Naturheilmittel Heilwasser näher beleuchtet und der Frage nachgegangen, ob es sich lediglich um ein Auslaufprodukt der Vergan-genheit, oder aber um ein hochwertiges Heilmittel mit Zukunftspotential handelt.
Am 2. Tag des Workshops wird der Weg des Wassers in die Flasche verfolgt, angefangen von der Förderung aus dem Brunnen über die Aufbereitung bis hin zur Abfüllung in die Flasche. So werden alternative Ringraumverfüllmaterialien im Brunnenbau, selektive Verfahren der Aufbereitung sowie Herausforderungen, die bei Betrieb und Wartung von Aufbereitungsanlagen entstehen, näher beleuchtet.
Eine abschließende Vorstellung aktueller Forschungsarbeiten der Hydroisotop gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich Filtertechnik und darüber hinaus.
Zweck des Workshops
Dieser Workshop richtet sich an abfüllende Getränkebetriebe, Ingenieurbüros, sowie Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden und Öffentlichem Dienst.
LoginHeiße Tiefenwässer sind die Energiequelle von geothermischen Erschließungen. Für eine reibungslose geothermische Wärmegewinnung ist ein gut abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Tiefengrundwasser-Reservoir und Nutzungseinrichtungen wichtig. Nur ein erfolgreicher Dauerbetrieb auf hohem Nutzungsniveau sichert auch die Wirtschaftlichkeit der geothermischen Anlage. Grundlage hierfür sind jedoch genaue Kenntnisse und Verständnis des untertägigen Zirkulationssystems.
Mit Hilfe hydrochemischer, gasphysikalischer und isotopenhydrologischer Untersuchungen lassen sich die Eigenschaften des Tiefengrundwassers charakterisieren und das notwendige Systemverständnis erarbeiten. Der standort-spezifisch, charakteristische Finger-Print des heißen Tiefenwassers bildet auch die Grundlage für die Beurteilung der Dauerbewirtschaftung und die Unterscheidung von anderen Nutzungen.
Mit den Lösungsinhalten des Tiefenwassers lässt sich in erster Linie der Wärmeinhalt bestimmen. Die Mineralisation spielt aber auch für einen reibungslosen Langzeitbetriebs eine wichtige Rolle: sie kontrolliert die Ausfällungs- und Korrosionsneigung des Tiefenwassers aber auch seine natürliche Radioaktivität.
Zweck des Workshops
Der Workshop soll für Anwender (Projektentwickler, Investoren und Banken, Behörden, Versicherungen usw.) Einblicke in die analytische Untersuchung und Auswertung von Tiefenwasser geben und zu einem besseren Verständnis des Systems von tiefengeothermischen Reservoiren führen.
Die referierenden Experten zeigen Probleme auf und verdeutlichen wie konkrete Lösungsmöglichkeiten bei der Nutzung von Tiefenwässern zur geothermischen Enrgieerzeugung aussehen können.
Oberflächennahe Geothermie spielt als erneuerbare Energiequelle eine wichtige Rolle in der Wärmeversorgung. Es lassen sich verschiedene Nutzungsarten unterscheiden: Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren und Grundwasserbrunnen.
Den Grundwasserbrunnen gilt das Hauptaugenmerk dieses Workshops. Hier kann es beim Kontakt der Grundwässer mit den Anlagenteilen zu verschiedenen Problemen kommen: es können Korrosion und Ausfällungen auftreten und es kann zu einer mikrobiellen Verschleimung der Anlagen kommen.
Hydrochemische Untersuchungen des Grundwassers und die Beurteilung der Wasserchemie bezüglich der eingesetzten Anlagenteile sind die Grundlage für vorbeugende Maßnahmen und einen reibungslosen Anlagenbetrieb.
Bei allen Nutzungsarten besteht im Sekundärkreislauf, der über einen Wärmetauscher dem Grundwasser die Wärme entzieht, vor allem im Bereich der Warmwasseraufbereitung die Gefahr von Korrosion aber auch der Entstehung von Mikroben (z.B. Legionellen). Diese Mikroben finden unter bestimmten Temperaturen optimale Lebensbedingungen und können gesundheitsgefährdend sein – Veränderungen wie beispielsweise eine Temperaturerhöhung führt zum Absterben der Mikroben. Dies ist jedoch mit höherer Energiezufuhr verbunden, was wiederum die Arbeitszahl der Wärmepumpe und damit die Wirtschaftlichkeit der Anlage negativ beeinflusst. Eine andere Möglichkeit zur Bewältigung der Probleme verursacht durch die Mikrobiologie, die dieser Workshop aufzeigen möchte, ist der Einsatz von Desinfektionsmitteln.
Zweck des Workshops
Dieser Workshop soll für Anwender (Ingenieurbüros, Behörden, Versicherungen usw.) Einblicke in die Probleme der oberflächennahen geothermischen Nutzung von Grundwasser geben und Lösungsmöglichkeiten für einen wirtschaftlichen Betrieb solcher Anlagen aufzeigen.
Login